BERICHT VON BARBARA SCHWANKART UND GREGOR LEHNER

Am Dienstag, den 3. Mai 2005 war es soweit, Treffpunkt für die Teilnehmer der Super Karpata 2005 im Wiener Prater. Nach den vielen positiven Meldungen über die 2004 erstmals ausgetragene Veranstaltung beschlossen auch wir gemeinsam mit Manfred und Michaela, 2005 dabei zu sein. Wir gingen mit unserem Mitsubishi Pajero, den wir bereits entsprechend modifiziert hatten, ins Rennen.

Nach dem Start im Prater folgte eine ca. 650km lange Verbindungsetappe nach Rumänien. Um 01.30 erreichten wir als eines der ersten Teams den Lagerplatz am Dregan-See im Nordwesten Rumäniens. Jetzt noch schnell unser Dachzelt ausgeklappt und ab ins Bett, damit wir für die folgende 24-stündige Sonderprüfung gut ausgeruht sind.

Am Mittwoch um 9.00 ging´s auch schon mit der ersten Info – Besprechung zur Sonderprüfung los. Hier hatten die Veranstalter ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Die Aufgabe war es, ein Floß für 2 Personen zu bauen. Damit noch nicht genug, das Floß sollte an Land aber auch von einem Pferd gezogen werden, und wie eine Kutsche 4 Räder und eine lenkbare Achse haben. Mit diesem „Amphibienfahrzeug“ sollte eine bestimmte Strecke entlang des Sees und quer über den See zurückgelegt werden. Für jede Runde die man mit diesem Teil vollendete, bekam das Team 1Stunde Zeitgutschrift für den Fahrbewerb. Um die ganze Sache aber etwas zu erleichtern, wurden immer 2 Teams zusammengelegt, so konnten je 8 Personen am Floß bauen. Das Reglement besagte, dass alle mitgebrachten Materialien verwendet werden konnten. Es war aber auch möglich sich Teile von der einheimischen Bevölkerung zu organisieren.

Unser Team (Start-Nr. 10,11,19 und 20) beschloss recht bald hier keine aufwendige Konstruktion zu bauen, sondern gleich ein entsprechendes Fahrzeug (Boot) zu leihen. Gesagt getan, nach ca. 2 Stunden hatten wir bei der nahe gelegenen Staumauer ein Boot, und von einem Bauern aus dem nächsten Ort einen alten Leiterwagen geliehen. Mit Spanngurten und einigen Holzbohlen hatten wir sehr schnell unser „Amphicar“ fertig. Zeitgleich war aber auch ein zweites Team mit dem Bau des fahrbaren Floßes fertig geworden, und so war die erste „Kutschenfahrt“ ein echtes High-Speed-Rennen. Die Pferde liefen im schnellen Trab und die „Floße“ hüpften hinterher. Leider brach bei diesem spektakulärem Lauf ein Rad des gegnerischen Floßes ab, und die Teilnehmer mussten Ihr Floß wieder ins Fahrerlager zurück bringen. Durch diesen Defekt konnten wir uns dann recht schnell einen Vorsprung von 2 Runden herausfahren bis das nächste Team seine schwimmende Kutsche ins Rennen schicken konnte.

Um 22.00 Uhr wurde die Sonderprüfung jedoch abgebrochen, da die Pferde total erschöpft waren – wir als führende Gruppe hatten bereits 11 Runden zurückgelegt! Die Veranstalter hatten nicht mit dem hohen Tempo der Teams gerechnet, und so standen auch keine Ersatzpferde bereit. Leider hagelte es von den beiden anderen Gruppen aber massive Proteste, da diese wirklich tolle und aufwendige Konstruktionen hatten, und die vorgegebene Zeit nutzen wollten um uns einzuholen. Letztendlich wurde die Sonderprüfung aus der Wertung genommen um allen Starten ein faires Rennen zu bieten, und niemand übermüdet an den Start gehen musste.

Donnerstag High Noon (12.00 Uhr) war es soweit. Der Konvoi von insgesamt 13 teilnehmenden Fahrzeugen setzte sich, mit Joe und Georg an der Spitze, in Fahrt Richtung Start. Am Startplatz bekamen alle Teams die genauen Karten mit den Korridorgrenzen, die nicht verlassen werden sollten. Nach kurzem Studium der Karten mussten wir feststellen, dass es fast unmöglich war innerhalb des Korridors zu bleiben, da dieser gespickt mit Bergen zwischen 1500 und 2000m Höhe war. Nach zahlreichen Versuchen den ersten Berg zu erklimmen gaben wir schließlich auf und beschlossen den Berg innerhalb des Korridors im Norden zu umfahren. Das begann noch recht einfach, entwickelte sich aber innerhalb von ein paar hundert Metern zu einer fast unlösbaren Aufgabe. Der anfangs schöne Waldweg verlor sich in einem kleinen Bach, welchen wir dann aber wieder verlassen haben. An dieser „Kreuzung“ teilte sich der Bach und gut die Hälfte des Bachs floss über den Weg ins Tal weiter. Der an dieser Stelle aufgeweichte lehmige Weg sollte uns echte Probleme bereiten. Manfred und Michaela´s Jeep® Cherokee blieb nach ein paar Metern im Schlamm stecken und es gab kein vorwärts und zurück mehr. Zurück war der Weg zu steil, und nach vorne war nicht möglich weil Steine und ein dicker Baumstamm den Weg blockierten. Wir benötigten ca. 4Stunden um das erste Fahrzeug durch diese Schlüsselstelle zu bringen. Da es um ca. 21.00 zu dunkel war um weiter zu machen beschlossen wir direkt am Weg zu übernachten. Leider regnete es unentwegt und wir leiteten aus Sicherheitsgründen auch noch den Bach komplett in das Flussbett um.

Doch auch diese Nacht ging vorbei, und wir konnten freitags unsere Fahrt fortsetzten. Nachdem wir auch unserer 2. Fahrzeug durch die Schlammpassage gebracht hatten, fuhren wir an die Korridorgrenze ins nächste Dorf. Wir kamen zu dem Entschluss nun außerhalb des Korridors die höchsten Berge zu umfahren, und an einer besser befahrbaren Stelle wieder in den Korridor einzufahren. Gesagt getan, am selben Abend hatten wir nun ca. 1/8 der Gesamtstrecke zurückgelegt. Aus diesem Grund beschlossen wir, den Korridor noch einmal zu verlassen und in der Nähe des Ziels wieder einzufahren. Wir rechneten damit, dass auch in Zielnähe das Vorankommen entsprechend schwer wird.

Hier hatten wir uns gründlich getäuscht, der Weg war sehr einfach, dass wir freitags Abend nur noch ca. 2km vom Ziel entfernt waren. An diesem Punkt trafen wir zwei weitere Teams, die bereits im Ziel waren, aber wieder zurückgekehrt waren um die Nacht im freien zu verbringen – es regnete zum ersten mal nicht!

Nach einem wunderschönen Abend am Lagerfeuer mit Gitarrenmusik – hier nochmals vielen Dank an Johannes – brachen wir am Samstag morgen auf und kamen nach ca. 20 Minuten ohne weitere Vorfälle im Ziel an.

Dort wurden wir bereits vom Organisationsteam erwartet, und wie sich’s gehört wurden wir im Ziel auch gleich vom Kamerateam interviewt ;-).

Samstag abends fand im Diesel-Club in Cluj eine wilde Dracula-Party mit Siegerehrung statt. Unser Team holte sich den hervorragenden 3 Platz.

Abschließend kann man sagen, es war eine tolle Veranstaltung. Sehr gut organisiert und auch das Reglement war gut durchdacht. Leider war durch das schlechte Wetter ein vorankommen innerhalb des Korridors nur sehr schwer möglich – es hatte kein Team geschafft, die komplette Strecke im Korridor zu fahren!

Wir freuen uns schon jetzt auf die SuperKarpata 2006.

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