Start in den Korridor 1

Am Sonntagvormitttag sind die Teams in den 1. von 2 Korridoren nahe der Stadt Lugoj gestartet. Um 9 Uhr gab es die Fahrerbesprechung und danach die Korridor-Karte in Print und die Korridor-Grenzen digital zum Einspielen in die Navigationssysteme on Board. Gestartet wurde vom Gelände der Romsilva, den rumänischen Bundesforsten. Der 1. Korridor dauert vier Tage. In dieser Zeit sind die Teams völlig auf sich allein bzw. auf die Hilfe von anderen Teams gestellt. Am Mittwoch gibt es das Halbzeit-Zwischenergebnise, wenn Korridor 1 gefahren ist.
Wir, das Reporterteam (Alex und Robert) haben uns mit dem Can-Am Maverick unter die Teilnehmer gemischt und versucht an einem Team dranzubleiben und es bei der Arbeit zu beobachten. Da das leichter gesagt als getan ist, haben wir uns ein Team ausgesucht, dass zum 1. Mal bei der SuperKarpata Trophy mitfährt (in der Hoffnung, dass diese es wohl langsam angehen werden.)
Doch weit gefehlt, OneSpirit aus der Schweiz legen ein beachtliches Tempo an den Tag, zwei Mal verlieren wir sie bei einem Hindernis aus den Augen, wo wir kurz Winchen müssen. Nur durch Glück kommen wir wieder in die Spur des Teams. Aber auch selbst ist es den Trophy-Neulingen etwas zu schnell. Die Elektronik an der Seilwinde spinnt. Nachdem einer der beiden Nissan Patrol in einem tiefen Weg überraschend schnell Schlagseite bekommt wird die Bremse gezogen. OneSpirit zieht sich auf einen kleinen Mittagssnack auf einer sonnigen Wiese zurück und lässt das Adrenalin „verdampfen“. Nach Handfestem (Brot und Dauerwurst) und einer Tafel Schokolade (für die Nerven) geht es weiter konzentriert aber kräfteschonender zur Sache.
Dieser 1. Korridor hat es bereits in sich. Die Karpaten hier im Südwesten Rumäniens sind sehr dicht bewaldet und die Wege ziehen sich auf steilen Bergflanken hoch. Schon am 1. Tag ist es schwierig die richtigen bzw. optimalen Wege zu finden. Oft sind diese Wege schon lange nicht mehr benutzt, zugewachsen oder der Weg endet im Nirgendwo, weil er durch einen Erdrutsch längst unpassierbar geworden ist.
An einer Schlüsselstelle, eine mehrere 100 Meter steile Bergauffahrt, treffen nach Stunden viele Teams zusammen, darunter die trophy-erfahrenenen Spirit of Expedition, teamsaurer2, Korridor Express, United und einige mehr. Bereits nach wenigen Stunden sind sie gezeichnet von den Anstrengungen im Korridor weiterzukommen. Trotz ihrer Erfahrungen gelingt es ihnen nicht an verschiedenen anderen Stellen im Korridor einen Durchbruch zu finden. Offenbar ist das jetzt und hier die einzige Stelle weiterzukommen. Leicht zermürbt erzählt Michi Waldl: „Wir haben es im Norden probiert an sicher 5 oder 6 Stellen, keine Chance“. Gegenseitig helfen sie sich beim Hinauf-Winchen auf den Berg um dort einen weiterführenden Kammweg zu finden.
Das Wetter ist bis jetzt übrigens hervorragend und trocken. Es haben sich zwischendurch immer wieder Wolken aufgebaut und vereinzelt gab es ein paar wenige Regentropfen, zumindest in dem Teil der Karpaten wo wir unterwegs waren. Laut Wetterbericht soll auch in den nächsten Tagen der Sonnenschein überwiegen.
Wir (das Reporterteam) sind mit dem Can-Am zwar schneller und wendiger als die schweren Geländewagen, aber die Beladung für vier Tage im Korridor mit Schlafsack, Essen und Zelt für die Übernachtung zwischen Bäumen und unter Sternen und vielleicht auch ein bisschen zu viel Ehrgeiz werfen uns bereits am ersten Tag zurück. Binnen einer halben Stunde verllieren wir zuerst den rechten Antrieb an der Vorderachse, danach auch den linken. Beide Halbwellen sind gebrochen. Mit nur mehr Heckantrieb stehen wir „quasi mehr im Weg herum“, deswegen versuchen wir jetzt fieberhaft das Can-Am-Gefährt wieder zu reparieren. Beginnen werden wir mit dem Flicken der Reifen, da haben wir uns zwei mit Stopfwürsteln nicht mehr dichtzukriegende Patschen eingefahren.

























