Berichte der Teams im Ziel
Die Kommentare der Teams, gleich nach der Einfahrt ins Ziel nach dem 2. Korridor der SuperKarpata Trophy, wo sie noch nicht wussten, wer auf welchem Platz liegt.
Die Fragen, wie ist es den Teams in den letzten 7 Tagen ergangen, was haben sie erlebt, vor allem im 2. Korridor. (Fragen und zusätzliche Anmerkungen des Interviewers in Klammer.)
19. Mai, 8:53 Uhr aktualisiert.

Argovia Power, Martin Merz: Es hat uns sehr gut gefallen. Wir hatten das Glück, dass wir noch einen Beifahrer gefunden haben, am Anfang der SuperKarpata Trophy. Sonst wären wir nur zu dritt gewesen. Das hat super funktioniert. Wir nehmen ihn jederzeit wieder mit, wenn er mitkommen möchte. Das Wetter war dieses Mal gut, kein typisches Karpatenwetter wie 2012 und 2013, wo es ja durchgeregnet hat.
Der zweite Korridor war der Hammer, beim ersten haben wir ja nicht so viel gesehen, weil wir außen rum gefahren sind. Beim zweiten haben wir ein bisschen taktischer gearbeitet und wir hoffen, das zahlt sich aus. Zum Fahren war er super. Hier ging relativ viel. Es war mit Windeneinsätzen, heftig aber es ging. Wir haben schon zwei- dreimal recht gewincht. Die Autos waren auf der rechten Seite in einer Situation mit Wasser vollgelaufen. Dann hat uns ein Forstarbeiter seinen Harvester vor uns positioniert, damit wir unsere Winden anhängen und uns da rausziehen konnten. Wir sind ganz sicher nicht schlechter platziert als wir im Mittelziel waren. (Wo seid Ihr im Mittelziel gewesen?) Wir waren Letzte.

Aros, Udo Wendlandt: Wir sind superglücklich, glücklich dass wir unsere gesteckten Ziele erreicht haben und wirklich heil im Ziel eingelangt sind, auch wenn wir ein paar technische Defekte hatten. Unser Logo war natürlich Programm mit unserem brennenden Reifen. Wir hatten sieben Reifenpannen, das war an Dramaturgie kaum zu überbieten. Schon auf der Verbindungsetappe von Wien zum Start hatten wir eine Reifenpanne, dann 80 oder 90 Kilometer vor dem Start in Rumänien wieder. Dann sind wir runtergefahren von der Autobahn, durch die Dörfer, haben auch eine Werkstatt gefunden die mitten in der Nacht offen hatte. Der Besitzer hat dann wieder einen Freund angerufen, der 30 Kilometer weit entfernt wohnte und herfuhr. So war es dann überhaupt möglich, das wir morgens um halb vier am Startpunkt waren, noch zwei Stunden schlafen konnten und dann rechtzeitig starten konnten. Das hat uns durch die ganze Karpata begleitet. Wir hatten bis jetzt 7 Reifenschäden. Darüber hinaus hat mein Fahrzeug ein thermisches Problem gehabt, er hat den Berg rauf immer gekocht. Da haben wir einen Ast unter die Motorhaube gelegt und diese aufgespreizt, damit da mehr Luft reinkann, das hat auch funktioniert. Dann waren da noch ein paar Längslenkerbuchsen die getauscht werden mussten. Gestern ist uns noch eine Steckachse beim anderen Auto abgerissen. Dann haben wir auch einen falschen Weg gewählt, der in einer Steilwand geendet hat, also alles wieder zurück. Vom Wetter bin ich enttäuscht, das ist kein SuperKarpata-Wetter. Das muss ich dem Georg schon sagen, dass er nächstes Mal ein anderes Wetter bestellen soll. Der 2. Fahrer im Team hat sich sogar einen Sonnenbrand geholt unter dem er jetzt noch leidet.
Für uns als neues Team, wild zusammengewürfelt, wir kannten uns auch vorher nicht, hat es super geklappt. Wir haben Probleme sofort ausgesprochen und geklärt, das hat super funktioniert.
Die heutige Etappe war lang für uns, wir sind um 6 Uhr aufgestanden, nur Kaffee, kein Rührei wie sonst täglich, weil wir um Punkt 7:30 Uhr gestartet sind. Einstieg und Weg in den Korridor gefunden, waren an einem Querweg da gings nicht weiter, haben Team Allrad getroffen, die hatten es auch schon an ein paar Stellen probiert, wo es nicht ging. Da sind wir den Berg wieder rauf, ein Weg führte zu einem Flußbett, ein anderer Weg auch, kein Durchkommen, das wäre zu Winchen gewesen. Im Team entschieden, aus dem Korridor raus.
Dann haben wir wieder einen guten Weg gefunden und waren rechtzeitig im Ziel. Außerdem hatten wir ja auch unsere permanente eigene Sonderprüfung gehabt, weil wir haben jeden Tag toll gefrühstückt und haben so 40 rohe Eier vom Beginn der SuperKarpata Trophy mitgeführt und bis ins Ziel ist kein einziges zu Bruch gegangen.

Bedrock, Frank Schmitz: Der Korridor war sehr anspruchsvoll, trotz des wenigen Regens. Gestern haben wir uns ein wenig in einem Bachbett verfranst. Der Weg war eigentlich gut, fing gut an aber dann mussten wir Winchen, Sägen, Sichern, Bäume wegräumen durch das Bachbett durch. Dadurch haben wir sehr viel Zeit verloren und kamen auch zur Sonderprüfung zu spät (Maiskörner zu Mehl an den alten Mühlen selbst vermahlen). Im Anschluss mussten wir dann gucken, das wir viele Kilometer machen. Wir haben viel Korridor mitgenommen, mussten aber auch viel raus. Ob wir den 16. Platz aus der 1. Etappe halten können, weiß ich nicht.
Vom Regen her war es sehr angenehm, wenig Regen. Wir sind doch sehr mit den Autos an ihre Grenzen gegangen, weil es sehr viele Schrägfahrten gab, das ist mit den grossen Panzern die wir da haben, sehr schwer. Die Korridore waren knackig. Wir haben natürlich geguckt, dass wir uns wirklich ideale Wege suchen. Dann haben wir die Devils mehrmals getroffen, so dass diese sagten: „Wo kommt Ihr denn schon wieder her. Die Langsamsten sind vor uns.“ Für uns war das schon aufbauend, weil wir den besseren Weg gefunden als sie. Dann kam ein Stück, wo wir gesagt haben, unsere Tagesfahrzeit geht zu Ende und haben unser Lager aufgebaut, einige Teams sind vorbeigekommen und haben sich da runtergewincht, ein anderes Team hat einen besseren Weg gefunden, den wir am Morgen auch genommen haben. Nach dem Frühstück war das schon etwas steil und schräg, ein „erhabenes Gefühl“… 😉 Dann wieder viel Bachbett entlang mit viel Sichern und Totholzwegräumen, damit wir da durchkommen. Ein spezielles Erlebnis hatten wir auf einem Höhenzug mit einem Bauern, der da gerade seine Feldarbeit machte. Den Weg in der Richtung, die er uns zeigte, fanden wir nicht. Darauf ließ er kurzerhand seine Arbeit ruhen, setzte sich zu uns ins Auto und zeigte uns einen wunderbar fahrbaren Weg, der vom Berg runterführte, dann unten an einem, seinem Haus anlangte, auf das er stolz zeigte und sich mit „mi casa“ verabschiedete.

Belgian Defenders, Jurgen Baus: Für das 1. Mal war die Karpata für uns fantastisch. Alles hat gut geklappt. Keine Fehler, keine Probleme. Schöne Wege und Routen über die Berge gefahren, schöne Dörfer gesehen, mit sehr netten einheimischen Menschen und Hirten im Wald gesprochen, super Wetter. Wir haben eine schöne Woche gehabt, das war ein schöner Urlaub. Verschiedene Male haben wir umdrehen müssen, weil wir die richtigen Wege nicht gefunden haben aber das ist ganz normal. Mit einem Hirten haben wir lange gesprochen, der hat in Spanien gewohnt und ist wieder hier nach Rumänien zurückgekommen.

Hurrican Knights, Matthias Kramser: Zuerst hatten wir ja die komplette Katastrophe vor dem Mittelziel (das Team hat sich getrennt, das zweite Fahrzeug ist nach Hause aufgebrochen). Daraufhin haben wir uns mit dem Team Sechsrad zusammengeschlossen. Das war voll genial. Wir sind mit den alten Hosen (sic!) mitgefahren und haben uns noch drei geniale Tage gegeben, im Gelände. Wir sind durch den 2. Korridor durch. Wir sind ohne Stress wirklich gut durchgekommen. Wir haben noch echt viel Spaß im Gelände mit Winden usw. gehabt. Und mit den Sechsrad haben wir jetzt richtig Blut geleckt und das ist wirklich eine geile Geschichte, vor allem es ist nicht nur das Fahren oder die Navigation. Es ist der Zusammenhalt der Leute wichtig, das die Leute im Team zusammenpassen ist es das Genialste was es gibt. Zusammengewürfelte Leute in den Teams, wir haben gemeinsam navigiert. Wir haben eine rechte Freud mit den anderen, die mit uns gehabt. man bekommt relativ viele neue Bekanntschaften, viele Freunde und das muss ich sagen macht eigentlich die SuperKarpata Trophy noch mehr aus, als das Fahren. Ich muss schon sagen, dass nach unserem Ausscheiden im 1. Korridor, das war eigentlich erst die richtige SuperKarpata. Ab dem Mittelziel bis jetzt ins Ziel, das war die SuperKarpata. Das hat gepasst für uns.
Die größte gußeiserne Pfanne hat Sechsrad mitgehabt mit einem Mords-Griller. Am ersten Tag wie wir mit den Sechsrad mitgefahren sind haben wir gleich einen Wildschweinbraten mit Soße zum Abendessen gehabt. Die hatten einen Jäger mit, der hat das alles selbst gemacht. Unterm Strich sind wir ganz gewaltig gut durchgekommen. Die Martina, die Navigatorin von den Sechsrad war wirklich gut.
Dankeschön nach Heiligenblut an alle die uns unterstützt haben und „dabei“ waren.

JeepTeam, Remo Troxler: Wir hatten diverse kleine Reparaturen, wir hatten einen Umfaller, wir hatten viele Wege gefunden die ins Nirgendwo geführt haben. Wir hatten aber einen super Teamgeist, es funktioniert alles super zusammen. Wir sind hier, das Ziel haben wir erreicht. Gestern hatten wir einen schönen Abend mit TV-Team zusammen. Die haben bei uns übernachtet, wir haben am Lagerfeuer zusammen Abend gegessen und auf einmal war es schon wieder nach Mitternacht. Diesmal war das Wetter genial. Schön ist es hier im Süden. Es ist wärmer und mediterraner.

Nici un Pic normal in Cap I und II, Ruedi Ringer: Es wirklich toll, das Wetter war für den Mai und die Karpaten auch wirklich schön. Viel wärmer, viel weniger Regen, relativ griffiger Boden, damit auch die Fahrerei einfacher damit kommst du weiter und es wird spannender. Das kann auch schiefgehen, wie bei uns. Ich habe ein paar (4) Leute neu in meinem Team. Da gibt es dann auch Reibungsverluste oder es klappt nicht ganz mit der Kommunikation. Ich habe auch meinem Team schon meinen Wunsch geäußert: Nächstes Jahr, wenn es eine SuperKarpata gibt, das gleiche Team die gleiche Mannschaft wieder, weil wir sind ein Superteam. (Was macht euch so stark?) Ich weiß es nicht, es war die Kombination von allem Möglichen. Wir haben drei Jungs dabei, die laufen den Berg rauf und runter, die sind sowas von fit. Die können 3 Stunden an der Motorsäge arbeiten, mussten 3 Mal die Motorsäge auftanken, um Altholz wegzuschaffen. Dann helfen Sie mit die großen Bäume wegzuziehen, weil die Winch zu schwach ist. Das war Riesenarbeit, das macht die Jungs am Abend müde. Mit Martin und Martina haben wir zwei ganz tolle Navigatoren, die machen Ihre Arbeit ganz toll. Das macht es für mich als Fahrer viel einfacher, weil ich muss mich um diese Dinge dann nicht kümmern. Weil ich bin dann der Chefstratege und wenn Entscheidungen anfallen, das mache ich dann ich. Mit Roxanna ist eine Rumänin dabei, die jeden fragen kann, wo es denn weitergeht. Trotzdem zwei Mal waren wir „lost in the forest“. Weg gefunden, der war aber so zerfallen, also wieder drei Stunden verloren. Dann sind wir noch eine halbe Stunde zu spät zur SP an den alten Mühlen gekommen. Zu spät um die SP noch machen zu dürfen. Nächstes Jahr sind wir wieder dabei, mit gleichem Team, keine Frage.

Nu Pogodi (=Na warte), Axel, Matthias, Juri und Dimitri: Wir sind angetreten um hier durchzukommen und nicht Letzter zu werden. Durchgekommen sind wir schon mal und ob Letzer, das werden wir noch sehen. Wir waren im Zwischenziel Drittletzte, da waren wir für uns schon ganz vorne. Man darf ja nicht vergessen wir fahren da ja in einer anderen Liga mit. Aber alleine hier durchzukommen war schon der Hit an sich. Deswegen geht’s uns auch wirklich gut, das ist einfach sch…geil. Und wenn wir nicht Letzter sind, dann haben einfach alles richtig gemacht.
(Eure Autos sehen ja aus, als hättet Ihr viel Spaß gehabt?) Man leidet ja mit solchen alten Autos, die bestehen nur aus Eisen und haben keine Kunststoffteile wo man sich abstützen kann. Es gibt keine Schrauben- sondern nur Blattfedern, da wird schon ordentlich durchgerüttelt und bei jeder größeren Kante auch mal einen halben Meter aus dem Sitz gehoben. Jedes Landen bedeutet dann einen blauen Flecken mehr. Wir sind wirklich rundherum blau. Wir haben keine Servolenkung und keinen Bremskraftunterstützer. Wir sind ja froh, dass wir da überhaupt mitfahren durften, weil wir dachten unsere Fahrzeuge sind zu alt, zu Oldtimer und zu wenig geeignet. Aber zum Glück sind wir dabei.
Vom Beginn an hat es auch leider nicht so gut geklappt, wir haben die erste GPS-Sonderprüfung in der Hellsklamm (Startnummer orten und aus 6 Meter Höhe vom Baum holen). Da hätten wir uns ein bisschen mehr im Vorfeld mit dem Thema Navigation auseinandersetzen sollen.
Mit dem Wetter haben wir Glück gehabt, was wir so an den Videos von den letzten Jahren gesehen haben.
(Was sind das für Autos?) Das sind russische Geländeautos, GAZ-69, Baujahr 1970. Vom Nachfolgermodell haben wir Portalachsen, Sperren und Motoren eingebaut und Seilwinden und Überrollbügel selbstverständlich.
Bei unseren Autos ist es ja auch so, dass wir da gar nicht viel Nachrüsten können, weil da kann man nicht einfach in den Laden gehen und Zubehörteile kaufen. Die Autos haben Trommelbremsen und da gibt es keine Scheibenbremsen dafür, also da muss man sich schon viel überlegen wie man das macht. Allein mit den Trommelbremsen sind wir ja den anderen Teilnehmern total unterlegen. Wenn man da im Steilhang steht, dann muss man noch einen großen Stein unters Rad legen, damit das Fahrzeug nicht zurückrollt.
Wir sind stolz, dass wir hier unter den ganz Großen, den Profis stehen und in der finalen Liste nicht unter Ausgefallen oder DQ aufscheinen, das macht uns schon stolz und vielleicht und wahrscheinlich sind wir ja auch gar nicht Letzte geworden, das würde uns dann besonders stolz machen.

One Spirit, Fritz Fankhauser: Es ist irrsinnig spannend gewesen. Wir haben gute Zeiten, schlechte Zeiten gehabt aber die 2. Etappe war für uns besser. Bei der 1. Etappe haben wir uns in eine Situation verbissen, da ist es wirklich schwierig gewesen und wir haben viel Zeit verloren. Wir haben zwar auch ein, zwei Probleme gehabt, aber wir haben eher gesagt: Stopp, Umdrehen, neuen Weg suchen. Manchmal war es dann halt auch nicht möglich, dann musste man sich halt Durchbeissen.
In der 1. Etappe sind wir einen Weg runtergefahren, der war eigentlich gedacht für Zweirad und wir sind mit Vierrad runtergefahren und das ergibt sich dann halt dass das zwischendurch zu schmal wird. Da haben wir uns entschlossen bei einer Schlüsselstelle wieder zurückzufahren, den Berg hoch, ca. 200 Meter. Das war dann sehr schwierig, weil bald war die Winde kaputt und wir mussten das dann mit einem Handseilzug Zentimer für Zentimeter machen. Das war schweißtreibend.
Für uns war der 1. Korridor schwieriger, beim 2. Korridor haben wir mehr taktiert und ein bisschen mehr Strafkilometer durch Verlassen des Korridors auf uns genommen. Wir wissen jetzt noch nicht, wie das Ergebnis aussehen wird. Aber für uns war es wichtig, mit Reserve ins Ziel zu kommen und wir wollten unbedingt das Ding nach Hause fahren. Wir wollten keinen Ausfall. Das Wetter war schön. Was ganz toll ist. Wir haben es cool gehabt im Team. Bei uns hat es absolut gepasst. Wir konnten die Abende und die Zeiten dazwischen genießen. Auch an den Georg: Es ist eine Hommage an ihn, weil er die SuperKarpata Trophy macht und weiterführt.
Red Ants, Daniel Straub: Uns ist recht durchzogen gegangen. Wir sind gut gestartet, sogar sehr gut. Wir haben immer wieder teamsaurer2 gesehen und gehört. Wir waren ihnen eigentlich mindestens dicht auf den Fersen, bis uns dann ein Kühlerdefekt zurückgeworfen hat. Das war im 1. Korridor am 3. Tag. Dann mussten wir raus aus dem Korridor den Kühler reparieren und danach wieder rein. Dann haben wir den CP (Controlpunkt) gesucht, der war aber nicht anfahrbar. Danach haben wir keinen Weg runter vom Berg gefunden und sind wieder raus aus dem Korridor.
Dann wollten wir die SP 3, die Overland C machen, dann haben wir bemerkt, dass das kein Weg sondern ein Track war. Das wurde halt immer enger und weniger fahrbar. Aber man fährt dann weiter und es geht noch und wieder. Es haben uns dann nur noch 1,5 km gefehlt, dann sind uns die Radbolzen gebrochen. Dann lief teamsaurer2 auf uns auf und hat uns geholfen die ganze Maschinerie zu reparieren. Ich habe dann versucht mit meinem Beifahrer weiter vorzufahren um eventuell Ersatzteile aus dem Tal zu holen. Das hat nicht geklappt, das wurde dann immer enger und noch schräger. Ich weiß nicht mehr wie oft wir gewincht haben. Irgendwann haben wir dann gewendet, wollten zurück mit den teamsaurer2.
Die Korridorzeit war eh schon lang um, dann sind wir wieder langsam zurückgefahren. Langsam wurde es dunkel. teamsaurer2 sind bei uns geblieben und wollten uns helfen. Hut ab! Sie wären mit Abstand die Besten noch vor Spirit of Expedition gewesen. Irgendwann ist das Rad dann ganz abgebrochen, dann haben wir einen Baumstamm genommen und ihn unter unseren Landcruiser geschoben an beiden Achsen befestigt und ihn auf den Pinzgauer der teamsaurer2 raufgehoben. Dummerweise wollten wir das Fahrzeug mit der Winde noch sichern, die war aber zu fest angezogen, darauf ist der Baumstamm zerbrochen, alles wieder runter, alles wieder weg, neuer Baumstamm, neues Glück, alles wieder hoch, Stunden später, in dunkler Nacht, hat es dann funktionert. Nach ca. zwei bis drei Kilometern zurück, durchs Bachbett usw. ging alles wunderbar. Dann kam eine Spitzkehre, da war der Abstand zwischen den Autos zu klein, wir konnten den Radius nicht fahren. Dann haben wir gesagt O.K. eigentlich sind wir jetzt so weit draußen, dass wir unseren Wagen mit herkömmlichen Mitteln bergen könnten und haben alles abgehängt, dann sind wir auf der Pinzgauer-Ladefläche mit ins Mittelziel gefahren, da war es schon 4 Uhr morgens, damit wir am nächsten Morgen bei der Fahrerbesprechung einmal sagen können, das es uns noch gibt, es uns gut geht, dass wir da sind. Dann am Vormittag haben wir einen Abschleppdienst gesucht, keinen gefunden, haben die Teile ausgebaut und versucht neue Teile zu bekommen. Ein rumänischer Offroad-Fahrer hat uns dann wieder raufgebracht zu Overland C, zweieinhalb Stunden wieder hoch, zwei bis drei Stunden die Teile eingebaut, zweieinhalb Stunden runter. Dann waren wir platt.
In den 2. Korridor sind wir dann nicht mehr reingefahren, sind ein bisschen Scouten gewesen und haben mal bei anderen Teams reingeschaut. Am Freitag haben wir die zwei GAZ getroffen von Nu Pogodi, haben beschlossen mit ihnen mitzufahren, ihnen zu helfen wenn es nötig ist, dass sie durchkommen. Als wir dann auf dem Rückweg ins Endziel hierher nach Timisoara (Temeswar) waren haben wir bemerkt dass mein Beifahrer sein Mobiltelefon verloren hat, also sind wir den ganzen Weg wieder retour. Zuerst in die Unterkunft, gehofft es wird dort sein war es aber nicht. Wo ist es? Natürlich dort, wo es absolut nicht weitergeht, dort am Berg, wo wir die Fahrzeuge zusammengebaut haben, dort hat er es liegengelassen… Aber wir haben es gefunden.
Ja, wir wären eigentlich so zwischen 11 und 12 Uhr hier im Ziel gewesen, die Autos wären gewaschen, wir wären frisch geduscht und so sind wir halt nur guter Laune.
Das Ergebnis von uns ist eigentlich sehr gut, das Team hat super funktioniert. Es geht ja nicht darum um eine Platzierung zu fahren. Grundsätzlich sind wir ja hier um zu fahren um etwas zu erleben. Einmal läufts besser, einmal läufts schlechter. Schade, es ist vorbei.

Spirit of Expediton, Michi Waldl: Wunderbar ist es uns gegangen. In der 2. Etappe war es mühsamer als in der 1. Etappe. Es gab endlose Kleinhügelketten oder Harvester-Gatschwege. Im Team ging es uns gut, wie immer. Das Wetter war besonders gut, hervorragend geradezu. Die fehlenden Sonderprüfungen tun mir weh. Sonderprüfungen im Karpata-Sinn: Wir machen was, wir bauen was. Dermal war es schon ein bisschen Touristik-Geburtstagsparty. Sonst: schöne Landschaften, schöne Berge, nette Leute.
1. Korridor war super, 2. Korridor war bemüht weil 1000 Meter Hügel sind für uns halt keine Berge. Da fahrst rauf, da ist Wald, oben angekommen, ist Wald und runter fährst auch wieder im Wald. Man sieht halt nichts. Selbst hier in Rumänien sind die großen, schönen Berge, die befahrbar sind auch begrenzt. Beim Auto haben wir einen Roller gehabt, ich habe mich überschlagen und bin mit dem Dach im Bachbett gelandet. Nach einer halben Stunden ging’s wieder weiter, bis dahin habe die Mittelkonsole wieder eingeräumt, weil da alles rausgeflogen ist. Die neuen Teams waren nett.
Uns haben halt die Sonderprüfungen gefehlt, weil da waren keine.
(Und was sagst Du zu Overland C?) Wir haben das gesehen, schlecht geplant oder nicht geplant. Wir waren halt gescheit genug, sind hingefahren und haben wieder umgedreht. Alle, die am letzten Tag in diese SP reingefahren sind waren automatisch DQ (Disqualifikation). In dem Moment wo Du dort reinfährst, musst Du sehen, dass das schwer werden würde. Das hat es ja noch nicht gegeben, dass eine SP im WarmUp angekündigt wurde, da wussten wir schon, dass das kein Kindergeburtstag werden würde. Die Fotos davon wurden ja gezeigt. Da habe ich sofort gewusst: Das geht nicht. Wir sind halt weiter oben im 2. Korridor ein paar Mal taktisch rausgefahren und haben uns dadurch Strafkilometer aufgerissen um uns eben diese wichtige SP anzuschauen und Zeit dafür zu haben. Wir sind am Vortag des letzten Tages um 15 Uhr dort gewesen und sechs Kilometer vorher hat die Sch… angefangen, mit Bachbett, Baumstämmen drin usw… Wir wussten, wenn wir da reinfahren, dann müssen wir das alles wieder rausfahren. Also wenn hier alle Teams reingefahren wären, dann ist die Veranstaltung beendet. Weil da kommt niemand mehr raus, weil es so eng ist.
Für uns ist das natürlich kein Problem. Wir heben das Auto vorne an bis in die Senkrechte, drehen es auf dem Stand am Heck und lassen es vorne wieder runter und es geht weiter, aber das kann halt nicht jeder machen.
Weil wenn ich da rein will und ein anderer will raus, das geht nicht. Wir haben auch von anderen gehört das teamsaurer2 und noch andere Teams in der Früh da reingefahren sind, da haben wir gesagt „S u p e r“, und uns schon die Hände gerieben, weil wir wussten, die kommen da nicht mehr raus. Weil, auch ein Pinzgauer kann nicht fliegen, der muss auch rollen. Auch wenn er diese SP schaffen würde, dann läuft ihm die Zeit davon, da ist die Veranstaltung schon vorher aus, das wussten wir. Klar waren die Pinzgauer im 1. Korridor besser als wir, deutlich, weil die Wege halt Pinzgauer-Wege waren, wo wir im Endlos-Gatsch aufsitzen und der Pinzgauer fährt – und weil teamsaurer2 einfach ein Superteam mit Superteamwork ist.
Vom Wetter her es genau richtig: 20 Grad in der Früh, nicht zu heiß, nicht zu kalt, bisschen Sonnenbrad und ein bisschen Frieren, genau richtig.

Team Allrad, Markus Prochazka: Es waren sehr interessante letzte drei Tage. Angefangen hat es ganz schlecht, das ist ja bekannt. Dann haben wir irrsinnig gute zwei Tage gehabt, da haben wir uns mit dem Friedl (Martin) und dem Korridor-Express gematcht. Einmal hinten, einmal vorne also ein zwei Tage immer zusammengepickt. Das Schöne war, dass wir oft eine andere Route genommen haben als der Friedl und dann vor dem Korridor-Express wieder rausgekommen sind. Dann ist uns auf dem Weg ins Ziel die Zeit ausgegangen.
Der Korridor war schwer ok, es war alles knapp machbar. Es war irrsinnig schwer, weil die Harvester Hochsaison haben. Es sind wahnsinnig viele Harvester unterwegs, die Spuren von so einem Gefährt sind einen halben Meter tief. Die SuperKarpata selbst wie die Organisation war top. Die Stimmung bei uns im Team war lustig und ordinär.

United, Max Röhsler: Es ist wieder super gelaufen für uns. Wir haben mächtig spekuliert im 2. Korridor, weil es im 1. Korridor ja nicht so gut gelaufen ist für uns aufgrund mechanischer Probleme.
Wir sind eigentlich den 2. Korridor trocken durchgefahren. Wir sind einmal gestrandet an einem Schranken wo einer gestanden ist, der die Leute aufschreibt die durchfahren. Wir konnten nicht durchfahren und haben viele Kilometer verloren, weil wir die Stelle weitläufig umfahren mussten.
Wir haben im 2. Korridor relativ am Anfang abgezwickt und sind größtenteils die Ersten in den Spuren gewesen und das war eigentlich relativ spannend. Diverse Inseln wurden umfahren, am Steilhang abgesichert. Wir haben uns auch Pensionen gegönnt mit Blick auf den See, heißer Dusche, Tretboot und warmen Essen. Wir mussten da an den Häusern sowieso vorbei, es ist alles nur eine Frage der Navigation. Wir sind auch relativ entspannt den letzten Teil gefahren.
Daniel Kerstof: Ich bin zum ersten Mal dabei. Ich habe das irgendwie ganz anders erwartet. Das war total leiwand. Es hat im Team total super funktioniert, keine Streitereien und nix. Eine recht interessante Woche. (Was hast Du im Team gemacht?) Ich habe an den Land Rovern geschraubt und bin mit der Winde herumgelaufen.
Max Röhsler. Wir haben extrem viele Teile mitgehabt, bei einem Land Rover muss man weit vorausschauen – ist ja kein Toyota.

Unlimited, Dieter Pfaff: Schöne Erfahrung, wir hatten am Anfang ein bisschen Probleme mit der Navigation, weil nicht jeder Weg der auf der Karte ist, existiert auch wirklich. Aber nach zwei, drei Tagen haben wir uns daran gewöhnt und es ganz gut vorwärts geschafft. Im 2. Korridor sind wir sehr gut voran gekommen und hinter Spirits of Expedition hergefahren, die hatten die gleiche Route. Das sing sehr gut. Dann hatten wir einen Schaden am Auto und mussten relativ vor Tagesende einen Steilhang runterwinchen. Wir haben es noch vor Tagesabschluß geschafft aber die Autos standen dann 100 Meter auseinander. Wir standen dann an einem Bachbett mit Brennesseln aber mit Dachzelt geht das. Dann ging es relativ gut weiter, wir haben gut navigiert bis heute am letzten Tag. Kurz vorm Ziel ist es dann noch supereng geworden und knapp aber doch haben wir es über die Ziellinie geschafft. An technischen Defekten hatten wir eine abgerissene Kraftstoffleitung und bei der Reparatur unterm Auto gab es einen ordentlichen Platzregen.















